Netzentwicklungsplan Strom

Hintergrund

Für jedes Szenario des Szenariorahmens bestimmen die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) den notwendigen Netzausbau. Hierfür wird die räumliche Verteilung der Produktionsstandorte und der künftigen Verbrauchsstandorte analysiert. Das Ergebnis ist der sogenannte Netzentwicklungsplan (NEP). Darin wird erläutert, welche Netzverstärkungs- und -ausbaumaßnahmen ergriffen werden müssen, damit das Stromnetz optimiert wird. Dies soll dafür sorgen, dass auch in zehn Jahren ein zuverlässiger Netzbetrieb möglich ist.

Um einen unnötigen Ausbau zu vermeiden, wird dabei in erster Linie geschaut, welche Maßnahmen im vorhandenen Netz bereits eine Optimierung ermöglichen. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, kommt es zu Verstärkungsmaßnahmen im Netz. Nur an den Stellen, an denen auch eine Verstärkung nicht ausreicht, soll es künftig zum Neubau von Leitungen kommen. Bei Verstärkungs- oder Neubau-/Ausbaumaßnahmen wird im Netzentwicklungsplan angegeben, welchen Anfangs- und Endpunkt die Leitung haben soll. Ein genauer Trassenverlauf wird erst im späteren Verfahren bestimmt.

Die Übertragungsnetzbetreiber stellen den Entwurf des NEP zur öffentlichen Konsultation. Anschließend wird ein angepasster Entwurf bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Diese führt eine fachliche und inhaltliche Prüfung durch und fordert gegebenenfalls weitere Anpassungen. Dabei geht es vor allem um die Frage der energiewirtschaftlichen Notwendigkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen.

Zum Netzentwicklungsplan gehört auch eine Strategische Umweltprüfung (SUP). Darin untersucht die Bundesnetzagentur die voraussichtlichen Folgen durch den Leitungsbau für Menschen, Tiere und Umwelt. Diese Prüfung kann aufgrund der häufig unbekannten genauen Leitungsverläufe nur eine erste Aussage bspw. für unüberwindliche große Hindernisse treffen. Im Ergebnis der SUP steht ein Umweltbericht. Dieser wird gemeinsam mit dem geprüften Entwurf des NEP zu einer zweiten Konsultation gestellt.


INFORMATIONEN zur "Strategischen Umweltprüfung (SUP)":
Umweltbundesamt
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Die Ergebnisse der zweiten Konsultationsrunde werden von der Bundesnetzagentur berücksichtigt, bevor sie den Netzentwicklungsplan bestätigt.

Auf dem gemeinsamen Webportal der Übertragungsnetzbetreiber (www.netzentwicklungsplan.de) finden Sie eine interaktive Übersichtskarte aller Projekte des Start- und Zubaunetzes aus dem jeweils aktuellen Szenario B. Basierend auf dem jeweils zweiten Entwurf des NEP finden sich dort zusammenfassende Informationen zu den einzelnen in der Karte hinterlegten Projekten.