Alte Freileitungen

Hier haben wir die wichtigsten Fakten zu den vorhandenen 380 kV-Freileitungen zusammengetragen.

Technische Eigenschaften

  • Stand der Technik: Freileitungen sind der eigentliche Standard im europäischen Verbundnetz und weisen eine gesamte Trassenlänge von etwa 110.000 km auf (380-kV-Bereich). Für 3000 MW Übertragungsleistung benötigt man 6 an Masten aufgehängte Stahl-Aluminium-Seile.
  • Netzstabilität: Die Anforderungen an den Netzbetrieb werden erfüllt.
  • Übertragungsverluste: Die Stromverluste einer Freileitung können dreimal so hoch sein wie bei einem erdverlegten System. Bei einem Dauerstrom von 2000 A beträgt der Verlust etwa 360 kW pro km (1 Stromkreis). Bei einer 60 km langen Freileitung können 260 Mio. kWh pro Jahr an Verlusten entstehen.
  • Nutzungsdauer: Die Nutzungsdauer liegt bei 80 Jahren, wenn die Seile zwischendurch einmal ausgetauscht werden.
  • Einsatzmöglichkeiten: Außerhalb der Städte werden Freileitungen überall an Land eingesetzt.
  • Bauzeit und Bautechnik: Die Aufstellung eines Gittermastes dauert in der Regel nicht länger als einen Tag, wenn das Fundament gesetzt ist. Die Gittermasten werden durchschnittlich in einem Abstand von 375 m aufgestellt. Die Seile werden in einer Länge von etwa 3000 m geliefert.
  • Zuverlässigkeit: Unproblematisch. Die meisten Störungen werden durch kurzzeitiges Abschalten ohne Beeinträchtigung der Versorgung beseitigt.
  • Verfügbarkeit: In großen Mengen lieferbar
  • Forschungsbedarf: Kein Forschungsbedarf erkennbar. Die Technik ist grundsätzlich ausgereift.

Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen

  • Elektromagnetische Wirkung: Der Schutz der Bevölkerung und insbesondere der Nachbarschaft vor elektromagnetischer Strahlung ist auf Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes in der zugehörigen 26. Verordnung geregelt. Die für diesen Bereich anzusetzenden Grenzwerte sind 100 µT (Mikro-Tesla) für das magnetische Feld und 5 kV/m für das elektrische Feld. In der Regel werden 40 m von der Trassenmitte Werte von 1µT und 1 kV/m nicht überschritten. Der zivilisatorische Hintergrund in Häusern liegt in der Größenordnung von 0,1 µT.
  • Flächenbelastung: Für eine Übertragung von 3000 MW werden 50 hohe Gittermaste mit einer Breite von 31 m eingesetzt. Mit Sicherheitsstreifen entsteht eine Trassenbreite von 70 m.
  • Ökologische Auswirkungen: Die mögliche Störung des Vogelflugs wird im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung naturschutzfachlich bewertet und kann dazu führen, dass ein anderer Trassenverlauf erforderlich wird.
  • Landschaftsbildbeeinträchtigung: Die visuelle Wirkung der Hochspannungsmasten wird sehr unterschiedlich beurteilt. Rechtliche Vorgaben gibt es hier im Bereich des Denkmal- und Naturschutzes.

Wirtschaftlichkeit

  • Investitionskosten: Für eine 3000 MW-Freileitung werden etwa 0,8 Mio. Euro pro km gerechnet.
  • Betriebskosten: Die Betriebskosten betragen ohne Einbezug der Leitungsverluste 3000 Euro pro Kilometer und Jahr. Die Kosten für die Stromverluste können maximal 153.000 Euro pro Kilometer und Jahr betragen (abhängig von der tatsächlichen Übertragungsleistung).
  • Kostensenkungspotenzial: Es sind keine produktionstechnischen Möglichkeiten zur weiteren Senkung der Kosten bekannt.